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Dieser Mythos, dass die aktuellen Teenager 'Digital Natives' sind und das Internet besser kennen als aktuell 30/40/50/60-Jährige, wie lange überlebt der noch?

Zuletzt gehört bei Jugendweihe-Feier am Wochenende. Danach Teenager Google-Tracking erklärt.

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Ich höre das gefühlt seit 15 Jahren, und mir kommt es vor wie die große Bequemlichkeit von Leuten - die inzwischen oft jünger sind als ich -, sich mit digitalen Technologien zu beschäftigen. Wozu diese Kokettiererei?

Man muss das ja nicht alles im Einzelnen verstehen. Genau wie bei Autos, Bohrmaschinen, Reiskochern.

Aber sich nicht immer selbst für blöd erklären, und ab und zu mal was lesen.

@anneroth Kokettieren mit der eigenen Lernunwilligkeit finde ich auch sehr antrengend. Aber: es macht schon nen Unterschied, ob man in eine Welt geboren wurde, wo das Internet "schon immer da war" oder nicht, finde ich. Nicht von der Kompetenz, sondern von der Perspektive.

@anneroth ich glaub "digital native" heisst vor allen dingen "technik nutzen ohne darüber nachzudenken".

@Wifi_cable
Der "digital nativ" nutzt YouTube (oder was auch immer) einfach intuitiv, und seine Oma/Opa brechen sich dabei einen ab.
Das verstehen der Technik war imho nie Teil der Definition.
@anneroth

@elera_mortis @anneroth eine interessante frage währe ob "intuitiv" das selbe ist wie "ohne nachdenken".

@Wifi_cable
Hmm.
Kenne jemanden der YouTube ohne nachzudenken nach dem Trial and Error Prinzip bedient. Intuitiv wirkt das auf mich nicht. 😉
@anneroth

@anneroth
Meiner Erfahrung mit Schülern nach können die besonders gut auf Bildschirmen herumpatschen (Insta, WA, Spiele), womit sich die Digitalkompetenz weitestgehend erschöpft. I.d.R. ist bereits Googeln zu viel (mein, man muss nicht eine komplette Frage inklusive Fragezeichen eintippen). Von Tracking gar nicht zu reden.

@anneroth Die gängigen Influencer/Werbebotschafter kennt man halt auswendig wie man früher Sammelkarten auswendig kannte.

@anneroth "Digital Natives" ist ja eh ein Blödsinnsbegriff, wenn der zeitlich verortet wird. Ich bin 42, hänge seit 11 am Rechner, bin seit 1994 online und davor waren anderen in der Mailboxszene bereits jahrelang online. Das sind auch Digital Natives. Andere sind jetzt 20 und kennen nur Apps und die Spielkonsole. Ich glaube, ein relevanter Unterschied ist, dass es seit Jahren keinen Technologiewechsel mehr gab. Alle Kriege sind ausgefochten. Hier Windows, da Android, hier MS Office, da Google.

@anneroth
Die heutige Jugend hält doch Facebook bereits für >das< Internet

@anneroth Mit einem bestimmten Alter kennst du nur diesen Status Quo: Facebook, YouTube, Whatsapp, Twitch, Playstation und XBox, Apps. So ist das seit 10 Jahren. Es gibt keinen Wechsel von DOS zu Windows, keinen Niedergang eines kompletten Systems, kein neues UI-Paradigma. Es muss also echtes Interesse vorliegen, sich mit Themen zu beschäftigen. Vor 10-20 Jahren wurde mehr abverlangt.

@truhe @anneroth
Es gibt einfach Leute jeden Alters, die kritisches Interesse an Digitalem haben, aber eben noch mehr die es nicht haben.

Und wenn es jüngeren Menschen einfacher fällt Datenkommerzsysteme unbedacht zu bedienen, dann ist es in der Verantwortung der älteren Kritiker die nötige Aufklärung zu betreiben. Schließlich haben hauptsächlich wir als "DOS-Generation" den heutigen Zustand zu verantworten.

Also danke Anne für die Aufklärungsarbeit :)

@anneroth
In "Stumme Medien – vom Verschwinden der Computer in Bildung und Gesellschaft" hat Roberto Simanowski dargestellt warum "Digital Natives" oftmal eher Digital Naivs sind und einen strukturellen unterschied zu den "Digitalen Immigranten" dargestell,t also der Generation der heute 35+/40/50/60/… Jährigen. Dort finden sich auch gut verständliche Argumente wieder.

denklatenz.de/artikel/kultur/s

#Literatur #Denklatenz #Simanowski

@anneroth Der Mython ist auch nicht ganz falsch.Ich kenne einige,die tatsaechlich keine Ahnung von dem Tracking haben.Andererseits muss ich es aber auch sehr oft den aelteren erklaeren.So ganz grundsaetzlich wuerde ich schon sagen,dass juengere am besten mit moderner Technik klar kommen,aber die,die es auch hinterfragen und auf Datenschutz achten,machen den kleinsten Teil aus und das in jeder Altersgruppe.

@anneroth Ein Mythos, mehr ist das nicht. Ich habe viel mit Jugendlichen zu tun und kann sagen, dass sich gegenüber meiner Jugend nicht viel geändert hat. Es gibt die Masse, die nur konsumiert; heutzutage WhatsApp, Facebook&Co und die wenigen, die sich Gedanken machen und auch wissen wie die Technik aufgebaut ist.
Mein Sohn ist ja quasi auch ein DN, dass war es dann aber auch. Letzten Endes muss ich alles einrichten oder zusammenbasteln, Technik ist nicht sein Ding.

@anneroth
Zu lange. Viel zu lange. Besser verstehen stimmt vlt zum Teil sogar. Nur der reflektierte Umgang naja

@anneroth die teenies in meinen metadaten workshops wissen NICHT wie man googelt.. aber sicher nicht.

@anneroth das hat sich schon ein bisschen verschoben. es sind jetzt schon bestimmte bereiche des internets, die sie meinen besser zu verstehen als wir.

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